Brauchtum 
Bergische Lebensart
Einerseits hatten es die Bergischen schwer: Seit Alters her ist die Region wichtige Handels- und Transitregion. Die frühe Industrialisierung führte dazu, dass immer wieder fremde Einflüsse und Mentalitäten das Leben der Menschen hier im Bergischen beeinflusste und veränderte. So war Integration und die Beschäftigung mit anderen Kulturen für die Menschen im Naturpark schon früher Normalität als an vielen anderen Orten.
Trotz und alledem hat sich einiges an typischem Brauchtum erhalten. Es ist ein Stückchen Rheinland, ein wenig Westfalen – und schon mal auch typisch Bergisch.
Feste feiern im Bergischen
Karneval beispielsweise feiern die Bergischen mit – hauptsächlich in den Regionen, in denen sie von jeher katholisch sind und dem Rheinland zuneigen. Und im gesamten Bergischen lodern kurz vor Weihnachten die Martinsfeuer in der kalten Nacht – Funken sprühen, für die Kinder ein tolles Finale des Sankt- Martins-Umzugs.
Schützenfeste sind in der ganzen Region verbreitet. Fast jedes Dorf feiert seine Kirmes, sein Dorffest. Hin und wieder rasen dann die selbstgebauten Seifenkisten die steilen Straßen des Ortes herunter. Wo es keine Seifenkisten sind, da sind es vielleicht Schürreskarren (hölzerne schubkarrenähnliche Sitzgestelle) – oder rollende Badewannen. Die Höhepunkte solche Feste können aber auch ganz speziell sein. Zum Hahnenköppen beispielsweise nimmt man zwar heute einen Leder- oder Holzhahn. Doch der Hahnenkönig wird immer noch gekürt.
Wenn der Hahn kräht
Typisch Bergisch sind auch die – derzeit seltenen – Krähwettbewerbe. Sie gehen zurück auf die Grafen von Berg, die den Besitzern der Hähne, die am längsten krähten, mit wertvollen Preisen bis hin zu einem kompletten Bauernhof belohnten. Entsprechend wurde im Bergischen mit den Bergischen Krähern eine Hühnerrasse gezüchtet, die sich durch ihren speziellen und lang anhaltenden Krähruf auszeichnete. Heute zählen diese Hühnerrassen zu den seltenen, im Bestand bedrohten Rassen. So dürfen auf den Krähwettbewerben, die meist im Frühjahr stattfinden, mittlerweile auch andere Rassen teilnehmen.
Brauchtum, das ist im Bergischen Land aber auch die Erhaltung der typischen Arbeiter-Kultur – sei es die Arbeit an der Schmiede oder auch im Steinbruch. Das sind Themen, denen sich heute Vereine und Museen annehmen, die dieses Stück Vergangenheit immer wieder aufleben lassen.
Damit aber Brauchtum wirklich überleben kann, braucht es die Verknüpfung zum modernen Leben. Und am Beispiel der Pferde-Segnungen zeigt sich, dass traditionelle Bräuche den Menschen auch heute noch wichtig sind. Denn der Andrang steigt – immer mehr Reiter und Pferdebesitzer holen sich einmal im Jahr den Segen für sich und ihre Tiere.
Links:
http://mittelalter.kramer-zunft-kurtzweyl.de 
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